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2026

    Besuch des Ateliers von August Kutterer in Daxlanden am 29.04.2026

    Am 29.04.2026 öffneten die Enkelin des Malers August Kutterer Frau Dr. Elisabeth Schmitt das Atelier ihres Großvaters für die den Freundeskreis des Badischen Malerdorf Grötzingen e.V., dass sich als ein kunsthistorisches Schatzkästlein entpuppte.

    Wir wurden von den Eheleuten Schmitt herzlich empfangen und konnten die dortige Gemäldegalerie, zahlreiche Artefakte von der Staffelei über Palette und Sonnenschirm besichtigen und wurden durch die lebendigen Berichte von Frau Schmitt in das Wirken und Leben des Künstlers eingeführt. Selbst ein Stuhl aus einem früheren gemeinsamen Atelier Kutterers mit dem Maler Wilhelm Martin, einem Onkel unseres Mitglieds Dr. Wolfgang Martin ist noch erhalten.

    Landschaften in spätimpressionistische Malweise Portraits und Dorfansichten gewährten eindrückliche Einblicke in die Kunst August Kutterers. Ein unvergessliches Erlebnis, das wir dem konservatorischen Engagement der beiden Schmitts verdanken.

    Als Ausdruck der Anerkennung und Ansporn für die geleistete und noch zu leistende Arbeit fand ein Gemälde Kutterers aus der Privatsammlung von Rütger Boeddinghaus den Weg zurück ins Kutterer Atelier Museum.

    22.03.2026: Jubiläumsfeier im Herbert-Schweizer-Haus Begegnungsstätte Grötzingen

    Das Herbert-Schweizer-Haus Begegnungsstätte Grötzingen, feiert im Jahr 2026 sein 40-jähriges Bestehen. Aus diesem besonderen Anlass lud die Ortsverwaltung alle Grötzingerinnen und Grötzinger am Sonntag, den 22. März 2026, zu einer gemeinsamen Jubiläumsfeier ein.

    Für diesen Tag verwandelte sich der Saal des Herbert-Schweizer-Hauses in eine lebendige, kleine Grötzinger Vereinsmesse. Zahlreiche Vereine, Organisationen und Interessengemeinschaften präsentierten sich und gewährten spannende Einblicke in ihre vielfältige Arbeit. Die Besucherinnen und Besucher hatten dabei die Gelegenheit, die bunte Vereinslandschaft kennenzulernen, Neues auszuprobieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

    Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Beiträgen verschiedener Vereine sorgte zusätzlich für Unterhaltung und rundete das Angebot stimmungsvoll ab. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Kaffee und Kuchen wurden gegen eine Spende angeboten, deren Erlös einem guten Zweck in Grötzingen zugutekommt.

    Selbstverständlich waren auch wir vom FBM vertreten und nutzten die Gelegenheit, interessierten Besucherinnen und Besuchern unseren Verein und unsere Arbeit näher vorzustellen.

    Text und Fotos: B. Döhler

    07.03.2026: Kunstexkursion „Die Unzeitgemäßen“ im Bundesgerichtshof (Teil 2)

    Ehemaliges Erbgroßherzogliches Palais, heute Hauptgebäude des BGH

    Achtzehn Vereinsmitglieder, darunter die Vorstände Peter Mott, Bernd Döhler und Rütger Boeddinghaus, besuchten am 07.03.2026 die von Herrn Dr. Matthias kuratierte Kunstausstellung „Die Unzeitgemäßen II“ in den Räumen des Bundesgerichtshofs (BGH). Gezeigt wurden Werke der Künstler Reinhard Dassler und Helmut Goettl.

    Nach ihrem Selbstverständnis waren diese vier sogenannten „Unzeitgemäßen“ keineswegs aus der Zeit gefallen, von ihr aber auch nicht einfach nur mitgerissen, sondern durch eine gewisse Widerständigkeit gegenüber manchen zeitgenössischen Bestrebungen befähigt, ihre Zeit sozial- und kunstkritisch wahrzunehmen und künstlerisch zu verarbeiten.

    Insbesondere diese Künstler benutzten zu einer Zeit, in der gegenständliche Malerei als unzeitgemäß angesehen wurde, klassische Mal- und Drucktechniken, mit denen sie die unheroische Existenz des Menschen in seiner alltäglichen Umgebung darstellten. 

    Der Einfluss ihrer Lehrer Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger und Rudolf Dischinger ist dabei unverkennbar.

    Dem verdienstvollen Engagement von Herrn Dr. Matthias ist es zu verdanken, dass diese besondere Ausstellung und damit ein außergewöhnlicher Kunstgenuss möglich wurden.

    Text: Rütger Boeddinghaus

    06.03. – 12.04.2026: Ausstellung „Keramische Plastiken | Naturfarbenbilder“ im N6
    Meggi Rochell und Eckbert Lösel

    Die keramischen Plastiken von Meggi Rochell zeigen zumeist menschliche Figuren, allerdings weit mehr als ihre reinen Körperformen. In Haltung, Gestik und Bewegung werden innere Zustände sichtbar. Gefühle, Momente des Suchens, der Orientierung und des Gleichgewichts. Jedes Werk erzählt eine Geschichte. Offen genug, um unterschiedlich gelesen zu werden. Meggi Rochells Plastiken entstehen in mehreren Arbeitsschritten und werden meist in zwei Brennvorgängen gefertigt. Durch einfallsreich und meisterhaft gestaltete Oberflächen erhalten sie einen starken Ausdruck zwischen Präsenz und Verletzlichkeit. So etwa bei der Plastik „Dem Himmel so nah“ (2024): Eine Männerfigur stützt oder räkelt sich – nicht eindeutig festzulegen – an einer Wand empor. Gerade diese Ambivalenz macht den Reiz aus: Ist es ein Aufbruch, ein Festhalten, ein inneres Ringen? Der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen zeigt von Meggi Rochell ausgewählte Arbeiten der unmittelbar vergangenen Jahre. 

    Eckbert Lösel konzentriert sich in seiner Malerei auf Naturfarben: distanziert, klar und umweltfreundlich. Naturfarben werden aus Materialien gewonnen, die die Natur selbst bereitstellt. Aus Erde entstehen Ocker, Gelb und Braun, aus pflanzlichen Stoffen werden Grüntöne. Damit ist Lösels Malerei nicht nur ästhetisch eigenständig, sondern auch natur- und umweltfreundlich, ohne dass er bei seinen Bildinhalten ausdrücklich Umweltfragen behandeln muss. Mit dieser Entscheidung schafft Lösel größtmögliche Distanz, um aktuelle Themen unaufgeregt und mit freiem Blick auf Menschen und Welt aufnehmen zu können. Klassische Genres wie Stillleben treffen dabei etwa auf die heutige Allgegenwart der Digitaltechnologien. Lösels Werke tragen häufig den Titel „Das gute Bild“, sind durchnummeriert und verzichten meist bewusst auf individuelle Zusatztitel. Eine Einladung, nicht über Überschriften zu lesen, sondern über Farbe, Fläche und Wirkung.

    Text: S. Scherz-Schade

    Vernissage am 06.03.2026
    Zwischen Thinking Head und Vanitas

    Ein Kinderkopf in schwarz gebranntem Steinzeugton blickt den Besuchern entgegen. Etwa einen halben Meter hoch. Ruhig, konzentriert, fast versunken. Gleich im vorderen Raum, wenn man die Galerie N6 betritt, steht dieser „Thinking Head“ von Bildhauerin Meggi Rochell. Als würde diese Skulptur die Gäste begrüßen. Oder skeptisch beäugen und prüfen? Rechts dahinter ein Vanitas-Stillleben von Eckbert Lösel. Weintrauben liegen ebenso auf dem Tisch wie ein Totenschädel. Und – etwas beiläufig – ein abgelegtes Mobiltelefon. Vergänglichkeit im klassischen Sinn, aber in der Gegenwart angekommen. Auch hier geht es ums Nachdenken. Als Betrachter wird man selbst zu einem Thinking Head. Mit solchen Zusammenstellungen beginnt schon im ersten Raum ein großartiger Dialog von Plastik und Malerei: Körper und Farbe. Denken und Wahrnehmen.

    Mit der Vernissage der Doppelausstellung „Meggi Rochell/Eckbert Lösel – Plastiken und Naturfarben“ eröffnete der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen am Freitagabend, den 6. März, seine erste Ausstellung im Jahr 2026. Interesse und Andrang waren groß. In seiner Begrüßung betonte Freundeskreisvorsitzender Siegfried König die besondere Rolle des Ausstellungsraums für das kulturelle Leben in Grötzingen und Karlsruhe: „Kunst beginnt dort, wo Worte enden. Und sie kann Menschen miteinander ins Gespräch bringen.“ Und tatsächlich sind die sehr gut besuchten Vernissagen beim Freundeskreis stets Momente der Begegnung. So begrüßte auch Katharina Oertel, die seit diesem Jahr die Stadtteil-Kulturstelle Grötzingen innehat, alle Gäste. Sie würdigte die kreative Kraft der Grötzinger Kulturszene und dankte dem Freundeskreis für sein kontinuierliches Engagement.

    Die einführende Laudatio auf die beiden Hauptpersonen und deren Werk übernahm Kunsthistorikerin Simone Maria Dietz, M.A. Sie machte schnell klar: Diese Ausstellung ist kein Nebeneinander zweier Künstler, sondern ein spannungsvoller Dialog zwischen zwei unterschiedlichen Handschriften. Auf der einen Seite die kraftvollen, körpernahen Plastiken von Meggi Rochell, in denen Haltung, Geste und Bewegung zum Ausdruck innerer Zustände werden. Auf der anderen Seite die experimentelle Malerei von Eckbert Lösel, deren Naturfarben, Materialien und offene Bildräume den Blick auf Vergänglichkeit, Natur und Gegenwart lenken. Gegensätze, die sich nicht ausschließen, sondern in den Ausstellungsräumen des N6 überraschend aufeinander reagieren.

    Die insgesamt 22 gezeigten keramischen Plastiken von Meggi Rochell stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Körperhaltungen und Gesten werden dabei zu Ausdrucksformen innerer Zustände. In ihren Arbeiten gehe es um Balance, um Verletzlichkeit und um das Nachdenken über das Denken selbst, erklärte Dietz. „Manche Figuren wirken in Bewegung, aber zugleich wie im Moment des Innehaltens erstarrt.“ Gerade diese Spannung mache die Werke so eindringlich. Eine andere Herangehensweise ans Denken und Wahrnehmen zeigt die künstlerische Welt von Eckbert Lösel. Seine Malerei entsteht aus Emotionen heraus und ist stark von der Materialität geprägt. Lösel arbeitet konsequent mit Naturfarben, das heißt Pigmente aus Erde, Pflanzen oder Gewürzen wie Kurkuma oder Roter Bete. Auch das Papier seiner Werke ist oft recycelt. Damit ist Lösels Malerei nicht nur ästhetisch eigenständig, sondern auch natur- und umweltfreundlich, ohne dass er bei seinen Bildinhalten ausdrücklich Umweltfragen behandeln muss. Mit dieser Entscheidung schafft Lösel größtmögliche Distanz, um aktuelle Themen unaufgeregt und mit freiem Blick auf Menschen und Welt aufnehmen zu können. Sein modern interpretiertes Vanitas-Motiv variiert dabei oft. Es wandelt sich in einem anderen Bild zum Beispiel zu prähistorisch anmutenden Affenmenschen, denen eine Comicsprechblase zugeordnet ist, mit Worten des Konsums: „Ich kauf mir n Audi A3 metallic.“ Ein Teil seiner Arbeiten wirkt wie ein Experimentierfeld. Er lässt die Naturmaterialien mit Licht und Sauerstoff reagieren, so dass die Bilder sich im Laufe der Zeit verändern und so Vergänglichkeit unmittelbar sichtbar machen. Ausgestattet mit solch guten Hintergrundinformationen kam das Ausstellungspublikum bestens ins Gespräch. 

    Text: S. Scherz-Schade

    Fotos (zum Vergrößern anklicken): B. Döhler

    Presseberichte:
    Grötzingen Aktuell Nr. 8 vom 20. Februar 2026, S. 3
    Grötzingen Aktuell Nr. 9 vom 27. Februar 2026, S. 12
    Grötzingen Aktuell Nr. 11 vom 13. März 2026, S. 4–5
    BNN vom 13. März 2026, S. 28
    Durlacher Blatt Nr. 5 vom 20.03.2026, S. 4
    Klappe auf März 2026

    21.01.2026: Ausstellungsbesuch im Museum Frieder Burda
    „Impressionismus in Deutschland“

    Flyer Museum Frieder Burda (Download)

    Am 21. Januar 2026 unternahm der FBM Grötzingen mit 15 kunstinteressierten Mitgliedern einen gemeinsamen Besuch im Museum Frieder Burda in Baden‑Baden. Unter der fachkundigen Leitung von Frau Dr. Clemens erhielten wir einen tiefgehenden Einblick in die groß angelegte Ausstellung „Impressionismus in Deutschland. Max Liebermann und seine Zeit“

    Die Schau, die noch bis 8. Februar 2026 zu sehen ist, versammelt rund 100 Meisterwerke des deutschen Impressionismus und präsentiert neben dem zentralen Künstler Max Liebermann (1847–1935) zahlreiche seiner Zeitgenossen wie Lovis Corinth, Max Slevogt, Fritz von Uhde, aber auch wichtige Positionen von Malerinnen wie Dora Hitz, Sabine Lepsius und Maria Slavona

    Impressionistische Malerei, die ihre Wurzeln in der französischen Avantgarde der 1860er Jahre hat, besticht durch lebendige Farbigkeit, lichtdurchflutete Motive und eine skizzenhafte Pinselführung – Merkmale, die in der Ausstellung eindrucksvoll verdeutlicht werden. Die Werke zeigen eine große thematische Bandbreite von sonnigen Landschaften und Garten‑ oder Stadtszenen bis zu atmosphärischen Figurenbildern und Stillleben. 

    In der Führung gelang es Dr. Clemens, Bezüge zur künstlerischen Entwicklung unserer eigenen Region Grötzingen herzustellen: Die Malerkolonie Grötzingen, die wie viele andere Künstlergruppen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts den Austausch zwischen urbaner Moderne und ländlichen Landschaften suchte, teilt wesentliche Impulse mit dem deutschen Impressionismus – insbesondere in der freien Naturauffassung, der Lichtfokussierung und dem spontanen Duktus. Die Referenz zur Praxis der Freilichtmalerei und zur gemeinschaftlichen künstlerischen Arbeit wurde anschaulich hervorgehoben und eröffnete neue Perspektiven auf die Bedeutung dieser Strömungen für unsere eigene künstlerische Tradition.

    Besonders berührend waren die Darstellungen Liebermanns, etwa seiner berühmten Garten‑ und Landschaftsbilder, die den Künstler nicht nur als Maler, sondern als kulturellen Vermittler und Wegbereiter für den Impressionismus in Deutschland zeigen. 

    Der Besuch machte die faszinierende Vielfalt der impressionistischen Malerei erlebbar und bot unserem Freundeskreis reichhaltige Anregungen und Gesprächsstoff. Ein herzlicher Dank gilt Frau Dr. Clemens für ihre spannende und kenntnisreiche Führung.

    Text und Fotos (zum Vergrößern anklicken): B. Döhler

    Fotos (zum Vergrößern anklicken): B. Döhler

    Links:
    Bericht vom Teil 1 der Kunstexkursion
    Reinhard Dassler
    Helmut Goettl

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