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Aktuell

16.06.2024: Lese- und Erzählabend mit Jutta Leyendecker

Friedrich Kallmorgen „Leben und Streben“

Am Sonntag, den 16. Juni 2024 hatte der Freundeskreis Badisches Malerdorf e.V. in Kooperation mit der Ortsverwaltung Grötzingen zu einem Lese- und Erzählabend eingeladen. Jutta Leyendecker las im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur im Bürgersaal“ aus dem Buch „Leben und Streben“ von Friedrich Kallmorgen. Friedrich Kallmorgen, Maler, Grafiker und Mitbegründer der Grötzinger Künstlerkolonie, starb vor 100 Jahren am 2. Juni 1924.

Fotos von der Lesung (R. Knoblauch):

14.06. – 21.07.2024: Ausstellung Galerie Kunstfachwerk N6

Stephan Flommersfeld “Irgendwo, doch nie zuvor”

Vernissage am 14.06.2024 – Erinnerung ans eigene Kindsein

In türkisblau lachen die zwei Jungs auf dem Gemälde mit dem festen, expressiven Pinselduktus. Das Bild – starke Acrylfarbe auf Leinwand – zeigt den Künstler selbst und seinen jüngeren Bruder vor vielen Jahren. Es ist quasi ein abgemaltes Foto aus dem Familienalbum und eines der insgesamt 38 Arbeiten, in der Schau mit dem Titel „Stephan Flommersfeld: irgendwo, doch nie zuvor“, die nun noch bis 21. Juli in der Grötzinger Galerie Kunstfachwerk N6 zu sehen sind. Auf der gut besuchten Vernissage am Freitag Abend, den 14. Juni zeigte sich das Publikum beeindruckt von den aufrichtigen und sehr persönlichen künstlerischen Positionen von Stephan Flommersfeld. Er spürt Erinnerungsorte seiner Kindheit auf. Und die sind mal mit schönen, mal mit negativen Erfahrungen und Memoiren verbunden.

Blick in die Ausstellung „Stephan Flommersfeld: irgendwo, doch nie zuvor“. Im Vordergrund links das Gemälde „Erster Schultag“ nach einem Foto aus Kindertagen. Foto: Scherz-Schade

Wer genau hinschaut, entdeckt auf jenem anscheinend glücklichen Bild der zwei Jungs ein trübes, mit wenigen Pinselstrichen angedeutetes Gesicht, das im Hintergrund wie aus weißem Nebel über den Schultern der beiden Brüder bedenklich auftaucht. Stephan Flommersfeld kommentiert damit seine zweischneidige Gefühlswelt: Obwohl er auf dem Gemälde sowie auf der Vorlage des alten Fotos lachend zu sehen ist, erinnert er sich im Zusammenhang mit der vor Jahren geknipsten Aufnahme an innerlich durchweg traurige und beklemmende Emotionen. Der Vater mahnte ihn stets barsch an, gerade und aufrecht zu stehen, wenn fotografiert wird. Bis heute wirke das nach, weshalb Stephan Flommersfeld sich nicht gerne fotografieren lässt.

Stattdessen macht er aber „Selfies“. Allerdings macht er diese – wie man in der Ausstellung beeindruckend sehen kann – auf eigenwillige Art. Flommersfeld zeichnet sich selbst, schneidet Linien und Versatzstücke dieser Porträts aus und fügt sie in übereinander gelagerter Collagetechnik wieder zusammen. Scherenschnitte sind in der Grötzinger Ausstellung neben der Ölmalerei viel vertreten. Der 1965 in Dernbach im Westerwald geborene Künstler verbindet mit der kunsthandwerklichen Technik des Scherenschnitts liebevolle Kindheitserfahrungen. Großmutter und Mutter zeigten ihm beim Basteln von Laternen den Umgang mit der Schere. Die Kunst nutzt Flommersfeld heute als Transformator und Medium, das die Realität zwar nicht zurückzuholen vermag, sie aber in einer labyrinthischen Umkreisung erfahrbar machen kann. Es ist „irgendwo, doch nie zuvor“, wie der Ausstellungstitel verrät.

Zur Vernissage wurde Stephan Flommersfeld in einer Laudatio von der Künstlerin Tanja Leonhardt geehrt. Sie spannte unter anderem einen gedanklichen Bogen zu Flommersfelds künstlerischen Entstehungsprozess: „Jedes Bild durchläuft bei Stephan eine lange Metamorphose und wird immer wieder abgeklopft: bist du echt?“ Weil bei Flommersfeld der eigene biografisch-künstlerische Erkenntnisweg im Fokus steht, wollen seine Arbeiten auch nicht unbedingt „gefallen“ oder für die Öffentlichkeit repräsentieren. Vieles in seinem Werk lässt sich wunderbar durch literarische Parallelschöpfungen erschließen, so etwa das immer wiederkehrende Waldmotiv. In einem kurzen Ausschnitt zitierte Flommersfeld dann auch zur Vernissage mit tiefer, sonorer Stimme einen seiner Texte: „Ein Wald hinter einem Wald, der vor einem Wald liegt.“ Am Sonntag, den 30. Juni 2024 um 18 Uhr lädt der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen e.V. zur Duett-Lesung „selfie“ von Tanja Leonhardt und Stephan Flommersfeld ein. Hier dürfen dann sicher auch Fragen gestellt werden. Auf eine ehrliche, aufrichtige Antwort des Künstlers kann man sich bei Stephan Flommersfeld garantiert verlassen.

Text: S. Scherz-Schade

Plakat zur Ausstellung

Für weitere Informationen bitte anklicken!

Fotos von der Vernissage (R. Knoblauch):

14.05.2024: Führung über den Hauptfriedhof Karlsruhe

Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Simone Maria Dietz entdeckten wir erneut den Karlsruher Hauptfriedhof. Dieses Mal standen die Grabzeichen des Jugendstils im Mittelpunkt, und wir nutzten die Gelegenheit und blickten hinter die Mauern der kleinen Kapelle. Das besondere Gebäude der „Kleinen Kapelle“ feiert 2024 sein 120-jähriges Bestehen, ein Anlass, der uns ihre Geschichte etwas genauer betrachten ließ.

Unser besonderes Dankeschön geht an Simone Maria Dietz für ihre interessante, informative und lebhafte Führung.

Fotos: B. Döhler

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