29.04.2026: Besuch im Atelierhaus Kutterer in Daxlanden
Der FBM Grötzingen lädt herzlich zu einem besonderen Kunst- und Kulturerlebnis ein:

Am 29. April 2026 um 16:30 Uhr haben wir die Möglichkeit, das Atelierhaus des Künstlers August Kutterer in Karlsruhe-Daxlanden zu besuchen. Dieser exklusive Termin wird uns freundlicherweise von Frau Dr. Schmitt ermöglicht, wofür wir uns bereits jetzt sehr herzlich bedanken.
August Kutterer (1898–1954) zählt zu den wichtigen Künstlerpersönlichkeiten der Region Karlsruhe. Sein Werk ist geprägt von einer engen Verbundenheit zur Landschaft und zum Leben der Menschen in seiner Umgebung. In seinen Gemälden und Zeichnungen setzte er sich intensiv mit seiner Heimat auseinander und entwickelte dabei eine unverwechselbare Bildsprache, die zwischen realistischer Darstellung und freierer künstlerischer Interpretation steht. Besonders seine stimmungsvollen Landschaftsbilder und einfühlsamen Alltagsszenen geben einen lebendigen Eindruck seiner Zeit.

Foto: www.august-kutterer.de
Als Künstler war Kutterer eng mit der regionalen Kunstszene verbunden und wirkte in einer bewegten Epoche des 20. Jahrhunderts. Trotz der Herausforderungen dieser Zeit blieb er seinem eigenen Stil treu und hinterließ ein Werk, das bis heute als bedeutender Beitrag zur Kunstgeschichte der Region gilt.
Das Atelierhaus selbst vermittelt einen authentischen Eindruck von Kutterers Schaffen. Es erlaubt einen unmittelbaren Zugang zu seiner Arbeitswelt und macht die Atmosphäre spürbar, in der seine Werke entstanden sind. Im Rahmen der Führung erhalten wir spannende Einblicke in Leben, Werk und künstlerische Entwicklung des Malers.
Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie auf einen inspirierenden Nachmittag in Daxlanden.
Adresse: Vorderstr. 14, 76189 Karlsruhe-Daxlanden
ÖPNV Haltestelle Ankerstraße Daxlanden, Parkplätze vorhanden
22.03.2026: Jubiläumsfeier im Herbert-Schweizer-Haus Begegnungsstätte Grötzingen

Das Herbert-Schweizer-Haus Begegnungsstätte Grötzingen, feiert im Jahr 2026 sein 40-jähriges Bestehen. Aus diesem besonderen Anlass lud die Ortsverwaltung alle Grötzingerinnen und Grötzinger am Sonntag, den 22. März 2026, zu einer gemeinsamen Jubiläumsfeier ein.
Für diesen Tag verwandelte sich der Saal des Herbert-Schweizer-Hauses in eine lebendige, kleine Grötzinger Vereinsmesse. Zahlreiche Vereine, Organisationen und Interessengemeinschaften präsentierten sich und gewährten spannende Einblicke in ihre vielfältige Arbeit. Die Besucherinnen und Besucher hatten dabei die Gelegenheit, die bunte Vereinslandschaft kennenzulernen, Neues auszuprobieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Beiträgen verschiedener Vereine sorgte zusätzlich für Unterhaltung und rundete das Angebot stimmungsvoll ab. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Kaffee und Kuchen wurden gegen eine Spende angeboten, deren Erlös einem guten Zweck in Grötzingen zugutekommt.
Selbstverständlich waren auch wir vom FBM vertreten und nutzten die Gelegenheit, interessierten Besucherinnen und Besuchern unseren Verein und unsere Arbeit näher vorzustellen.
Text und Fotos: B. Döhler




07.03.2026: Kunstexkursion „Die Unzeitgemäßen“ im Bundesgerichtshof (Teil 2)

Achtzehn Vereinsmitglieder, darunter die Vorstände Peter Mott, Bernd Döhler und Rütger Boeddinghaus, besuchten am 07.03.2026 die von Herrn Dr. Matthias kuratierte Kunstausstellung „Die Unzeitgemäßen II“ in den Räumen des Bundesgerichtshofs (BGH). Gezeigt wurden Werke der Künstler Reinhard Dassler und Helmut Goettl.
Nach ihrem Selbstverständnis waren diese vier sogenannten „Unzeitgemäßen“ keineswegs aus der Zeit gefallen, von ihr aber auch nicht einfach nur mitgerissen, sondern durch eine gewisse Widerständigkeit gegenüber manchen zeitgenössischen Bestrebungen befähigt, ihre Zeit sozial- und kunstkritisch wahrzunehmen und künstlerisch zu verarbeiten.
Insbesondere diese Künstler benutzten zu einer Zeit, in der gegenständliche Malerei als unzeitgemäß angesehen wurde, klassische Mal- und Drucktechniken, mit denen sie die unheroische Existenz des Menschen in seiner alltäglichen Umgebung darstellten.
Der Einfluss ihrer Lehrer Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger und Rudolf Dischinger ist dabei unverkennbar.
Dem verdienstvollen Engagement von Herrn Dr. Matthias ist es zu verdanken, dass diese besondere Ausstellung und damit ein außergewöhnlicher Kunstgenuss möglich wurden.
Text: Rütger Boeddinghaus
Fotos (zum Vergrößern anklicken): B. Döhler
Links:
Bericht vom Teil 1 der Kunstexkursion
Reinhard Dassler
Helmut Goettl
06.03. – 12.04.2026: Ausstellung „Keramische Plastiken | Naturfarbenbilder“ im N6
Meggi Rochell und Eckbert Lösel
Die keramischen Plastiken von Meggi Rochell zeigen zumeist menschliche Figuren, allerdings weit mehr als ihre reinen Körperformen. In Haltung, Gestik und Bewegung werden innere Zustände sichtbar. Gefühle, Momente des Suchens, der Orientierung und des Gleichgewichts. Jedes Werk erzählt eine Geschichte. Offen genug, um unterschiedlich gelesen zu werden. Meggi Rochells Plastiken entstehen in mehreren Arbeitsschritten und werden meist in zwei Brennvorgängen gefertigt. Durch einfallsreich und meisterhaft gestaltete Oberflächen erhalten sie einen starken Ausdruck zwischen Präsenz und Verletzlichkeit. So etwa bei der Plastik „Dem Himmel so nah“ (2024): Eine Männerfigur stützt oder räkelt sich – nicht eindeutig festzulegen – an einer Wand empor. Gerade diese Ambivalenz macht den Reiz aus: Ist es ein Aufbruch, ein Festhalten, ein inneres Ringen? Der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen zeigt von Meggi Rochell ausgewählte Arbeiten der unmittelbar vergangenen Jahre.
Eckbert Lösel konzentriert sich in seiner Malerei auf Naturfarben: distanziert, klar und umweltfreundlich. Naturfarben werden aus Materialien gewonnen, die die Natur selbst bereitstellt. Aus Erde entstehen Ocker, Gelb und Braun, aus pflanzlichen Stoffen werden Grüntöne. Damit ist Lösels Malerei nicht nur ästhetisch eigenständig, sondern auch natur- und umweltfreundlich, ohne dass er bei seinen Bildinhalten ausdrücklich Umweltfragen behandeln muss. Mit dieser Entscheidung schafft Lösel größtmögliche Distanz, um aktuelle Themen unaufgeregt und mit freiem Blick auf Menschen und Welt aufnehmen zu können. Klassische Genres wie Stillleben treffen dabei etwa auf die heutige Allgegenwart der Digitaltechnologien. Lösels Werke tragen häufig den Titel „Das gute Bild“, sind durchnummeriert und verzichten meist bewusst auf individuelle Zusatztitel. Eine Einladung, nicht über Überschriften zu lesen, sondern über Farbe, Fläche und Wirkung.
Text: S. Scherz-Schade
Für weitere Informationen bitte anklicken!
Vernissage am 06.03.2026
Zwischen Thinking Head und Vanitas
Ein Kinderkopf in schwarz gebranntem Steinzeugton blickt den Besuchern entgegen. Etwa einen halben Meter hoch. Ruhig, konzentriert, fast versunken. Gleich im vorderen Raum, wenn man die Galerie N6 betritt, steht dieser „Thinking Head“ von Bildhauerin Meggi Rochell. Als würde diese Skulptur die Gäste begrüßen. Oder skeptisch beäugen und prüfen? Rechts dahinter ein Vanitas-Stillleben von Eckbert Lösel. Weintrauben liegen ebenso auf dem Tisch wie ein Totenschädel. Und – etwas beiläufig – ein abgelegtes Mobiltelefon. Vergänglichkeit im klassischen Sinn, aber in der Gegenwart angekommen. Auch hier geht es ums Nachdenken. Als Betrachter wird man selbst zu einem Thinking Head. Mit solchen Zusammenstellungen beginnt schon im ersten Raum ein großartiger Dialog von Plastik und Malerei: Körper und Farbe. Denken und Wahrnehmen.
Mit der Vernissage der Doppelausstellung „Meggi Rochell/Eckbert Lösel – Plastiken und Naturfarben“ eröffnete der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen am Freitagabend, den 6. März, seine erste Ausstellung im Jahr 2026. Interesse und Andrang waren groß. In seiner Begrüßung betonte Freundeskreisvorsitzender Siegfried König die besondere Rolle des Ausstellungsraums für das kulturelle Leben in Grötzingen und Karlsruhe: „Kunst beginnt dort, wo Worte enden. Und sie kann Menschen miteinander ins Gespräch bringen.“ Und tatsächlich sind die sehr gut besuchten Vernissagen beim Freundeskreis stets Momente der Begegnung. So begrüßte auch Katharina Oertel, die seit diesem Jahr die Stadtteil-Kulturstelle Grötzingen innehat, alle Gäste. Sie würdigte die kreative Kraft der Grötzinger Kulturszene und dankte dem Freundeskreis für sein kontinuierliches Engagement.
Die einführende Laudatio auf die beiden Hauptpersonen und deren Werk übernahm Kunsthistorikerin Simone Maria Dietz, M.A. Sie machte schnell klar: Diese Ausstellung ist kein Nebeneinander zweier Künstler, sondern ein spannungsvoller Dialog zwischen zwei unterschiedlichen Handschriften. Auf der einen Seite die kraftvollen, körpernahen Plastiken von Meggi Rochell, in denen Haltung, Geste und Bewegung zum Ausdruck innerer Zustände werden. Auf der anderen Seite die experimentelle Malerei von Eckbert Lösel, deren Naturfarben, Materialien und offene Bildräume den Blick auf Vergänglichkeit, Natur und Gegenwart lenken. Gegensätze, die sich nicht ausschließen, sondern in den Ausstellungsräumen des N6 überraschend aufeinander reagieren.
Die insgesamt 22 gezeigten keramischen Plastiken von Meggi Rochell stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Körperhaltungen und Gesten werden dabei zu Ausdrucksformen innerer Zustände. In ihren Arbeiten gehe es um Balance, um Verletzlichkeit und um das Nachdenken über das Denken selbst, erklärte Dietz. „Manche Figuren wirken in Bewegung, aber zugleich wie im Moment des Innehaltens erstarrt.“ Gerade diese Spannung mache die Werke so eindringlich. Eine andere Herangehensweise ans Denken und Wahrnehmen zeigt die künstlerische Welt von Eckbert Lösel. Seine Malerei entsteht aus Emotionen heraus und ist stark von der Materialität geprägt. Lösel arbeitet konsequent mit Naturfarben, das heißt Pigmente aus Erde, Pflanzen oder Gewürzen wie Kurkuma oder Roter Bete. Auch das Papier seiner Werke ist oft recycelt. Damit ist Lösels Malerei nicht nur ästhetisch eigenständig, sondern auch natur- und umweltfreundlich, ohne dass er bei seinen Bildinhalten ausdrücklich Umweltfragen behandeln muss. Mit dieser Entscheidung schafft Lösel größtmögliche Distanz, um aktuelle Themen unaufgeregt und mit freiem Blick auf Menschen und Welt aufnehmen zu können. Sein modern interpretiertes Vanitas-Motiv variiert dabei oft. Es wandelt sich in einem anderen Bild zum Beispiel zu prähistorisch anmutenden Affenmenschen, denen eine Comicsprechblase zugeordnet ist, mit Worten des Konsums: „Ich kauf mir n Audi A3 metallic.“ Ein Teil seiner Arbeiten wirkt wie ein Experimentierfeld. Er lässt die Naturmaterialien mit Licht und Sauerstoff reagieren, so dass die Bilder sich im Laufe der Zeit verändern und so Vergänglichkeit unmittelbar sichtbar machen. Ausgestattet mit solch guten Hintergrundinformationen kam das Ausstellungspublikum bestens ins Gespräch.
Text: S. Scherz-Schade
Fotos (zum Vergrößern anklicken): B. Döhler
Presseberichte:
Grötzingen Aktuell Nr. 8 vom 20. Februar 2026, S. 3
Grötzingen Aktuell Nr. 9 vom 27. Februar 2026, S. 12
Grötzingen Aktuell Nr. 11 vom 13. März 2026, S. 4–5
BNN vom 13. März 2026, S. 28
Durlacher Blatt Nr. 5 vom 20.03.2026, S. 4
Klappe auf März 2026


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