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Aktuell

Lesung von Eva Klingler am 23.7.2026 19:00 Uhr im N6 aus ihrem Buch „Alsace mon amour“

Eva Klingler hat mehr als vierzig Bücher geschrieben, die meisten davon sind Krimis, die im weitesten Sinne in der Region spielen, aber nicht nur. Einige sind auch in Frankfurt oder am Bodensee angesiedelt. Die Serie um die Südstadtermittlerin Maren Meinhardt erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Ihr letztes Buch „Letzter Schachzug“ wurde in der Entstehung von den BNN, für die sie vier Jahren als Freie Mitarbeiterin arbeitet, mit regelmäßigen Artikeln begleitet. Dennoch liest Eva Klingler heute aus dem eher romantischen, wenn auch spannenden Buch „Alsace mon amour“, das auch in jüngerer Zeit erschienen ist.
Im Anschluss an die Veranstaltung beantwortet Eva Klingler gerne Fragen zum Krimischreiben und auch zum „Letzten Schachzug“. Eva Klingler ist verwitwet, lebt in Karlsruhe mit ihrem Hund Elfi und den beiden Katzen Mausi und Bandito. Für einige Jahre hat sie mit ihrem Mann in einem eigenen Haus im Südelsass gewohnt. Sie ist Gründerin der Theatergruppe „Klatschmohn“, die Stücke spielt, welche auf Kurzgeschichten von Eva Klingler basieren.

29.05. – 05.07.2026:
Ausstellung „skyblue (and sunny)“ im N6
Tim Bohlender und Daniel Bonaudo-Ewinger

Öffnungszeiten: Sonntags 14:00 – 18:00 Uhr

Künstlergespräch 05.07.2026, 16 Uhr

Niddastraße 6 | 76229 Karlsruhe-Grötzingen
Haltestellen KVV: Rathaus (Bus 21) | Bahnhof Grötzingen (S4, S5)

Vernissage in der Galerie N6 am 29.5.2026

„Wir kennen uns schon länger“, sagt Daniel Bonaudo-Ewinger, aber jetzt hatten wir beschlossen, dass wir auch in einer Ausstellung gut zusammenpassen würden.“ Obwohl – oder gerade weil, wie Tim Bohlender meint: „meine Kunst genau das Gegenteil zu der von Daniel ist“. Gegensätze, die sich ergänzen, statt zu konkurrieren, wie aktuell im Kunstfachwerk N6 zu sehen ist. Die Grötzinger Galerie präsentiert sich mit ihrem schlichten Ambiente als gelungene Partnerin der beiden Künstler aus Kandel und Karlsruhe. So sieht das der Erste Vorsitzende des Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen Rütger Boeddinghaus: „Als ich durch die Ausstellung ging, fielen mir spontan Worte des Philosphen Wilhelm von Ockham, des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry und des Malers Kasimir Malewitsch, ein, die sinngemäß lauten: Kunst besteht nicht darin, etwas hinzuzufügen, sondern darin, etwas wegzulassen“ und „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“ Im N6 ist dies sichtbar gelungen.

In ihrer Laudatio zur Ausstellungseröffnung wies Kunsthistorikerin und Redakteurin Sabine Adler auf die unterschiedlichen Techniken und Materialien der Werke Bonaudo-Ewingers und Tim Bohlenders hin. Daniel Bonaudo-Ewinger erklärt selbst: „Als ich von Berlin zurück in die Pfalz zog und mein Atelier in Omas alter Scheune aufschlug, konnte ich nicht mehr so malen wie bisher in der Großstadt. Der Ort hat mich interessiert, an ihm habe ich mich neu ausprobiert.“ So entstand auch die kleine gelbe Serie aus Acryl, Staub und Fingerspuren auf Büttenpapier, die am ersten Ausstellungstag für viel Gesprächsstoff sorgte. Die Südpfalz böte ein besseres Umfeld, um mit „Kunst Dinge in Gang zu setzten und etwas zu bewegen“, als die satte Metropole Berlin. Mit seiner Frau Patricia Bonaudo gründete er den Projekt- und Ausstellungsraum „Das Gute Leben – Galerie, Denkerei, Rurale Praxis“ in Kandel, in dem bis Ende 2023 wechselnde Ausstellungen junger, zeitgenössischer Kunst stattfanden und künstlerisches Schaffen im ländlichen Raum der Südpfalz erprobt wurde. 

„Ist es Typografie, oder doch Malerei, wie ich arbeite?“, fragt Tim Bohlender. Er misstraue seiner eigenen Hand und sei kein „Künstler der weißen Leinwand“. Bevorzugt arbeite er mit dem, „was schon da ist“, dann holt er aus seiner eigenen Arbeit Variationen, die er mit dem Vorhandenen in Kontext setzt. Die ato Galerie, eine digitale Plattform für zeitgenössische Kunst, stellt die Arbeiten des Künstlers so vor: Tim Bohlenders Arbeiten sind Unikate, die mit der Ästhetik technischer Reproduzierbarkeit spielen. In kleinen Formaten werden Gestaltungselemente der Gebrauchsgrafik wie Schrift, Schablonen, Symbole und Muster sorgfältig ausgewählt und in ihrer materiellen Ästhetik vorgestellt. Durch Reduzierung schafft Bohlender bildnerische Konzentration, kammerspielartig wird auf kleiner Fläche das „Interieur der Malerei“ zueinander in Beziehung gesetzt und austariert.

Der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen e. V. lädt bis zum 05. 07. 2026 zur Ausstellung skyblue (and sunny) in der Galerie Kunstfachwerk N6. Die Ausstellung zeigt abstrakte, prozesshafte und reduzierte Malerei von Tim Bohlender und Daniel Bonaudo-Ewinger.
Tim Bohlender studierte Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Dort war er Meisterschüler von Prof. Marijke van Warmerdam.
Daniel Bonaudo-Ewinger ist Absolvent und war Meisterschüler an der Weissensee Kunsthochschule Berlin.

Öffnungszeiten Sonntags 14:00 – 18:00 Uhr; Niddastraße 6 | 76229 Karlsruhe-Grötzingen
Haltestellen KVV: Rathaus (Bus 21) | Bahnhof Grötzingen (S4, S5)

StS

Besuch des Ateliers von August Kutterer in Daxlanden am 29.04.2026

Am 29.04.2026 öffneten die Enkelin des Malers August Kutterer Frau Dr. Elisabeth Schmitt das Atelier ihres Großvaters für die den Freundeskreis des Badischen Malerdorf Grötzingen e.V., dass sich als ein kunsthistorisches Schatzkästlein entpuppte.

Wir wurden von den Eheleuten Schmitt herzlich empfangen und konnten die dortige Gemäldegalerie, zahlreiche Artefakte von der Staffelei über Palette und Sonnenschirm besichtigen und wurden durch die lebendigen Berichte von Frau Schmitt in das Wirken und Leben des Künstlers eingeführt. Selbst ein Stuhl aus einem früheren gemeinsamen Atelier Kutterers mit dem Maler Wilhelm Martin, einem Onkel unseres Mitglieds Dr. Wolfgang Martin ist noch erhalten.

Landschaften in spätimpressionistische Malweise Portraits und Dorfansichten gewährten eindrückliche Einblicke in die Kunst August Kutterers. Ein unvergessliches Erlebnis, das wir dem konservatorischen Engagement der beiden Schmitts verdanken.

Als Ausdruck der Anerkennung und Ansporn für die geleistete und noch zu leistende Arbeit fand ein Gemälde Kutterers aus der Privatsammlung von Rütger Boeddinghaus den Weg zurück ins Kutterer Atelier Museum.

29.04.2026: Besuch im Atelierhaus Kutterer in Daxlanden

Der FBM Grötzingen lädt herzlich zu einem besonderen Kunst- und Kulturerlebnis ein:

Am 29. April 2026 um 16:30 Uhr haben wir die Möglichkeit, das Atelierhaus des Künstlers August Kutterer in Karlsruhe-Daxlanden zu besuchen. Dieser exklusive Termin wird uns freundlicherweise von Frau Dr. Schmitt ermöglicht, wofür wir uns bereits jetzt sehr herzlich bedanken.

August Kutterer (1898–1954) zählt zu den wichtigen Künstlerpersönlichkeiten der Region Karlsruhe. Sein Werk ist geprägt von einer engen Verbundenheit zur Landschaft und zum Leben der Menschen in seiner Umgebung. In seinen Gemälden und Zeichnungen setzte er sich intensiv mit seiner Heimat auseinander und entwickelte dabei eine unverwechselbare Bildsprache, die zwischen realistischer Darstellung und freierer künstlerischer Interpretation steht. Besonders seine stimmungsvollen Landschaftsbilder und einfühlsamen Alltagsszenen geben einen lebendigen Eindruck seiner Zeit.

Selbstbildnis (ca. 1922)
Foto: www.august-kutterer.de

Als Künstler war Kutterer eng mit der regionalen Kunstszene verbunden und wirkte in einer bewegten Epoche des 20. Jahrhunderts. Trotz der Herausforderungen dieser Zeit blieb er seinem eigenen Stil treu und hinterließ ein Werk, das bis heute als bedeutender Beitrag zur Kunstgeschichte der Region gilt.

Das Atelierhaus selbst vermittelt einen authentischen Eindruck von Kutterers Schaffen. Es erlaubt einen unmittelbaren Zugang zu seiner Arbeitswelt und macht die Atmosphäre spürbar, in der seine Werke entstanden sind. Im Rahmen der Führung erhalten wir spannende Einblicke in Leben, Werk und künstlerische Entwicklung des Malers.

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie auf einen inspirierenden Nachmittag in Daxlanden.

Adresse: Vorderstr. 14, 76189 Karlsruhe-Daxlanden
ÖPNV Haltestelle Ankerstraße Daxlanden, Parkplätze vorhanden 

22.03.2026: Jubiläumsfeier im Herbert-Schweizer-Haus Begegnungsstätte Grötzingen

Das Herbert-Schweizer-Haus Begegnungsstätte Grötzingen, feiert im Jahr 2026 sein 40-jähriges Bestehen. Aus diesem besonderen Anlass lud die Ortsverwaltung alle Grötzingerinnen und Grötzinger am Sonntag, den 22. März 2026, zu einer gemeinsamen Jubiläumsfeier ein.

Für diesen Tag verwandelte sich der Saal des Herbert-Schweizer-Hauses in eine lebendige, kleine Grötzinger Vereinsmesse. Zahlreiche Vereine, Organisationen und Interessengemeinschaften präsentierten sich und gewährten spannende Einblicke in ihre vielfältige Arbeit. Die Besucherinnen und Besucher hatten dabei die Gelegenheit, die bunte Vereinslandschaft kennenzulernen, Neues auszuprobieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Beiträgen verschiedener Vereine sorgte zusätzlich für Unterhaltung und rundete das Angebot stimmungsvoll ab. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Kaffee und Kuchen wurden gegen eine Spende angeboten, deren Erlös einem guten Zweck in Grötzingen zugutekommt.

Selbstverständlich waren auch wir vom FBM vertreten und nutzten die Gelegenheit, interessierten Besucherinnen und Besuchern unseren Verein und unsere Arbeit näher vorzustellen.

Text und Fotos: B. Döhler

07.03.2026: Kunstexkursion „Die Unzeitgemäßen“ im Bundesgerichtshof (Teil 2)

Ehemaliges Erbgroßherzogliches Palais, heute Hauptgebäude des BGH

Achtzehn Vereinsmitglieder, darunter die Vorstände Peter Mott, Bernd Döhler und Rütger Boeddinghaus, besuchten am 07.03.2026 die von Herrn Dr. Matthias kuratierte Kunstausstellung „Die Unzeitgemäßen II“ in den Räumen des Bundesgerichtshofs (BGH). Gezeigt wurden Werke der Künstler Reinhard Dassler und Helmut Goettl.

Nach ihrem Selbstverständnis waren diese vier sogenannten „Unzeitgemäßen“ keineswegs aus der Zeit gefallen, von ihr aber auch nicht einfach nur mitgerissen, sondern durch eine gewisse Widerständigkeit gegenüber manchen zeitgenössischen Bestrebungen befähigt, ihre Zeit sozial- und kunstkritisch wahrzunehmen und künstlerisch zu verarbeiten.

Insbesondere diese Künstler benutzten zu einer Zeit, in der gegenständliche Malerei als unzeitgemäß angesehen wurde, klassische Mal- und Drucktechniken, mit denen sie die unheroische Existenz des Menschen in seiner alltäglichen Umgebung darstellten. 

Der Einfluss ihrer Lehrer Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger und Rudolf Dischinger ist dabei unverkennbar.

Dem verdienstvollen Engagement von Herrn Dr. Matthias ist es zu verdanken, dass diese besondere Ausstellung und damit ein außergewöhnlicher Kunstgenuss möglich wurden.

Text: Rütger Boeddinghaus

Fotos (zum Vergrößern anklicken): B. Döhler

Links:
Bericht vom Teil 1 der Kunstexkursion
Reinhard Dassler
Helmut Goettl

06.03. – 12.04.2026: Ausstellung „Keramische Plastiken | Naturfarbenbilder“ im N6
Meggi Rochell und Eckbert Lösel

Plakat der Ausstellung

Die keramischen Plastiken von Meggi Rochell zeigen zumeist menschliche Figuren, allerdings weit mehr als ihre reinen Körperformen. In Haltung, Gestik und Bewegung werden innere Zustände sichtbar. Gefühle, Momente des Suchens, der Orientierung und des Gleichgewichts. Jedes Werk erzählt eine Geschichte. Offen genug, um unterschiedlich gelesen zu werden. Meggi Rochells Plastiken entstehen in mehreren Arbeitsschritten und werden meist in zwei Brennvorgängen gefertigt. Durch einfallsreich und meisterhaft gestaltete Oberflächen erhalten sie einen starken Ausdruck zwischen Präsenz und Verletzlichkeit. So etwa bei der Plastik „Dem Himmel so nah“ (2024): Eine Männerfigur stützt oder räkelt sich – nicht eindeutig festzulegen – an einer Wand empor. Gerade diese Ambivalenz macht den Reiz aus: Ist es ein Aufbruch, ein Festhalten, ein inneres Ringen? Der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen zeigt von Meggi Rochell ausgewählte Arbeiten der unmittelbar vergangenen Jahre. 

Eckbert Lösel konzentriert sich in seiner Malerei auf Naturfarben: distanziert, klar und umweltfreundlich. Naturfarben werden aus Materialien gewonnen, die die Natur selbst bereitstellt. Aus Erde entstehen Ocker, Gelb und Braun, aus pflanzlichen Stoffen werden Grüntöne. Damit ist Lösels Malerei nicht nur ästhetisch eigenständig, sondern auch natur- und umweltfreundlich, ohne dass er bei seinen Bildinhalten ausdrücklich Umweltfragen behandeln muss. Mit dieser Entscheidung schafft Lösel größtmögliche Distanz, um aktuelle Themen unaufgeregt und mit freiem Blick auf Menschen und Welt aufnehmen zu können. Klassische Genres wie Stillleben treffen dabei etwa auf die heutige Allgegenwart der Digitaltechnologien. Lösels Werke tragen häufig den Titel „Das gute Bild“, sind durchnummeriert und verzichten meist bewusst auf individuelle Zusatztitel. Eine Einladung, nicht über Überschriften zu lesen, sondern über Farbe, Fläche und Wirkung.

Text: S. Scherz-Schade

Für weitere Informationen bitte anklicken!

Vernissage am 06.03.2026
Zwischen Thinking Head und Vanitas

Ein Kinderkopf in schwarz gebranntem Steinzeugton blickt den Besuchern entgegen. Etwa einen halben Meter hoch. Ruhig, konzentriert, fast versunken. Gleich im vorderen Raum, wenn man die Galerie N6 betritt, steht dieser „Thinking Head“ von Bildhauerin Meggi Rochell. Als würde diese Skulptur die Gäste begrüßen. Oder skeptisch beäugen und prüfen? Rechts dahinter ein Vanitas-Stillleben von Eckbert Lösel. Weintrauben liegen ebenso auf dem Tisch wie ein Totenschädel. Und – etwas beiläufig – ein abgelegtes Mobiltelefon. Vergänglichkeit im klassischen Sinn, aber in der Gegenwart angekommen. Auch hier geht es ums Nachdenken. Als Betrachter wird man selbst zu einem Thinking Head. Mit solchen Zusammenstellungen beginnt schon im ersten Raum ein großartiger Dialog von Plastik und Malerei: Körper und Farbe. Denken und Wahrnehmen.

Mit der Vernissage der Doppelausstellung „Meggi Rochell/Eckbert Lösel – Plastiken und Naturfarben“ eröffnete der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen am Freitagabend, den 6. März, seine erste Ausstellung im Jahr 2026. Interesse und Andrang waren groß. In seiner Begrüßung betonte Freundeskreisvorsitzender Siegfried König die besondere Rolle des Ausstellungsraums für das kulturelle Leben in Grötzingen und Karlsruhe: „Kunst beginnt dort, wo Worte enden. Und sie kann Menschen miteinander ins Gespräch bringen.“ Und tatsächlich sind die sehr gut besuchten Vernissagen beim Freundeskreis stets Momente der Begegnung. So begrüßte auch Katharina Oertel, die seit diesem Jahr die Stadtteil-Kulturstelle Grötzingen innehat, alle Gäste. Sie würdigte die kreative Kraft der Grötzinger Kulturszene und dankte dem Freundeskreis für sein kontinuierliches Engagement.

Die einführende Laudatio auf die beiden Hauptpersonen und deren Werk übernahm Kunsthistorikerin Simone Maria Dietz, M.A. Sie machte schnell klar: Diese Ausstellung ist kein Nebeneinander zweier Künstler, sondern ein spannungsvoller Dialog zwischen zwei unterschiedlichen Handschriften. Auf der einen Seite die kraftvollen, körpernahen Plastiken von Meggi Rochell, in denen Haltung, Geste und Bewegung zum Ausdruck innerer Zustände werden. Auf der anderen Seite die experimentelle Malerei von Eckbert Lösel, deren Naturfarben, Materialien und offene Bildräume den Blick auf Vergänglichkeit, Natur und Gegenwart lenken. Gegensätze, die sich nicht ausschließen, sondern in den Ausstellungsräumen des N6 überraschend aufeinander reagieren.

Die insgesamt 22 gezeigten keramischen Plastiken von Meggi Rochell stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Körperhaltungen und Gesten werden dabei zu Ausdrucksformen innerer Zustände. In ihren Arbeiten gehe es um Balance, um Verletzlichkeit und um das Nachdenken über das Denken selbst, erklärte Dietz. „Manche Figuren wirken in Bewegung, aber zugleich wie im Moment des Innehaltens erstarrt.“ Gerade diese Spannung mache die Werke so eindringlich. Eine andere Herangehensweise ans Denken und Wahrnehmen zeigt die künstlerische Welt von Eckbert Lösel. Seine Malerei entsteht aus Emotionen heraus und ist stark von der Materialität geprägt. Lösel arbeitet konsequent mit Naturfarben, das heißt Pigmente aus Erde, Pflanzen oder Gewürzen wie Kurkuma oder Roter Bete. Auch das Papier seiner Werke ist oft recycelt. Damit ist Lösels Malerei nicht nur ästhetisch eigenständig, sondern auch natur- und umweltfreundlich, ohne dass er bei seinen Bildinhalten ausdrücklich Umweltfragen behandeln muss. Mit dieser Entscheidung schafft Lösel größtmögliche Distanz, um aktuelle Themen unaufgeregt und mit freiem Blick auf Menschen und Welt aufnehmen zu können. Sein modern interpretiertes Vanitas-Motiv variiert dabei oft. Es wandelt sich in einem anderen Bild zum Beispiel zu prähistorisch anmutenden Affenmenschen, denen eine Comicsprechblase zugeordnet ist, mit Worten des Konsums: „Ich kauf mir n Audi A3 metallic.“ Ein Teil seiner Arbeiten wirkt wie ein Experimentierfeld. Er lässt die Naturmaterialien mit Licht und Sauerstoff reagieren, so dass die Bilder sich im Laufe der Zeit verändern und so Vergänglichkeit unmittelbar sichtbar machen. Ausgestattet mit solch guten Hintergrundinformationen kam das Ausstellungspublikum bestens ins Gespräch. 

Text: S. Scherz-Schade

Fotos (zum Vergrößern anklicken): B. Döhler

Presseberichte:
Grötzingen Aktuell Nr. 8 vom 20. Februar 2026, S. 3
Grötzingen Aktuell Nr. 9 vom 27. Februar 2026, S. 12
Grötzingen Aktuell Nr. 11 vom 13. März 2026, S. 4–5
BNN vom 13. März 2026, S. 28
Durlacher Blatt Nr. 5 vom 20.03.2026, S. 4
Klappe auf März 2026

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