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Aktuell

Bericht über den Besuch der Ausstellung „Gezieltes Umherirren“
von Werken der Künstlerin Nanne Meyer am 4. Juli 2026 in der
Orangerie der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Dank guter Führung geriet das Umherirren der 14 Teilnehmer unseres Vereins durch die Ausstellung der Berliner Künstlerin Nanne Meyer tatsächlich weniger ungezielt. Die Exposition umfasst insgesamt über 500 Zeichnungen und Collagen, davon hat die Künstlerin ca. zwei Drittel der Werke speziell für diese Ausstellung geschaffen.
Zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion erkennt und nutzt Nanne Meyer Zufallsentdeckungen, die sie in Form und Inhalt zu nachdenklichen aber auch humorvollen Werken weiterführt (Serendipität). Aufgenommen wurde der Ausstellungsort in Gestalt der Orange als Sinnbild von Luxus, Vergänglichkeit und Wandel. Die Künstlerin zeichnet auf durchscheinendem Papier zum Teil beidseitig mit Bleistift und Japantusche, Pigmenten, Wasser und Gummiarabikum sowie Kreide (Gouache), Aquarell- und Acrylfarben und Schellack.

Dabei entfaltet sie eine zarte Poesie, die nicht auf Dinge oder Themen abzielt, sondern sie begleitet, einfühlt und sanft berührt. Man ist an die transitorische Lyrik eines Rilke erinnert, der die Dinge lieber singen hörte, als sie zu deutlich anzusprechen.
Nanne Meyer sagt, „wenn ich Wolken zeichne, zeichne ich das Unmögliche, das Unerreichbare, das Verhältnis zwischen luftig und fest, Greifbarkeit und Verflüchtigung, da und nicht da; ein Dazwischensein, vielleicht eine Sehnsucht, auf jeden Fall immer das, was man nicht zeichnen kann“.
Aber das ist der Künstlerin dann doch ausgezeichnet gelungen.


Text Rütger Boeddinghaus, Fotos Peter Mott

Lesung von Eva Klingler am 23.7.2026 19:00 Uhr im N6 aus ihrem Buch „Alsace mon amour“

Eva Klingler hat mehr als vierzig Bücher geschrieben, die meisten davon sind Krimis, die im weitesten Sinne in der Region spielen, aber nicht nur. Einige sind auch in Frankfurt oder am Bodensee angesiedelt. Die Serie um die Südstadtermittlerin Maren Meinhardt erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Ihr letztes Buch „Letzter Schachzug“ wurde in der Entstehung von den BNN, für die sie vier Jahre als Freie Mitarbeiterin arbeitet, mit regelmäßigen Artikeln begleitet. Dennoch liest Eva Klingler heute aus dem eher romantischen, wenn auch spannenden Buch „Alsace mon amour“, das auch in jüngerer Zeit erschienen ist.
Im Anschluss an die Veranstaltung beantwortet Eva Klingler gerne Fragen zum Krimischreiben und auch zum „Letzten Schachzug“. Eva Klingler ist verwitwet, lebt in Karlsruhe mit ihrem Hund Elfi und den beiden Katzen Mausi und Bandito. Für einige Jahre hat sie mit ihrem Mann in einem eigenen Haus im Südelsass gewohnt. Sie ist Gründerin der Theatergruppe „Klatschmohn“, die Stücke spielt, welche auf Kurzgeschichten von Eva Klingler basieren.

29.05. – 05.07.2026:
Ausstellung „skyblue (and sunny)“ im N6
Tim Bohlender und Daniel Bonaudo-Ewinger

Öffnungszeiten: Sonntags 14:00 – 18:00 Uhr

Künstlergespräch 05.07.2026, 16 Uhr

Niddastraße 6 | 76229 Karlsruhe-Grötzingen
Haltestellen KVV: Rathaus (Bus 21) | Bahnhof Grötzingen (S4, S5)

Künstlergespräch am 5.7.2026, 16.30 Uhr

Vernissage in der Galerie N6 am 29.5.2026

„Wir kennen uns schon länger“, sagt Daniel Bonaudo-Ewinger, aber jetzt hatten wir beschlossen, dass wir auch in einer Ausstellung gut zusammenpassen würden.“ Obwohl – oder gerade weil, wie Tim Bohlender meint: „meine Kunst genau das Gegenteil zu der von Daniel ist“. Gegensätze, die sich ergänzen, statt zu konkurrieren, wie aktuell im Kunstfachwerk N6 zu sehen ist. Die Grötzinger Galerie präsentiert sich mit ihrem schlichten Ambiente als gelungene Partnerin der beiden Künstler aus Kandel und Karlsruhe. So sieht das der Erste Vorsitzende des Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen Rütger Boeddinghaus: „Als ich durch die Ausstellung ging, fielen mir spontan Worte des Philosphen Wilhelm von Ockham, des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry und des Malers Kasimir Malewitsch, ein, die sinngemäß lauten: Kunst besteht nicht darin, etwas hinzuzufügen, sondern darin, etwas wegzulassen“ und „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“ Im N6 ist dies sichtbar gelungen.

In ihrer Laudatio zur Ausstellungseröffnung wies Kunsthistorikerin und Redakteurin Sabine Adler auf die unterschiedlichen Techniken und Materialien der Werke Bonaudo-Ewingers und Tim Bohlenders hin. Daniel Bonaudo-Ewinger erklärt selbst: „Als ich von Berlin zurück in die Pfalz zog und mein Atelier in Omas alter Scheune aufschlug, konnte ich nicht mehr so malen wie bisher in der Großstadt. Der Ort hat mich interessiert, an ihm habe ich mich neu ausprobiert.“ So entstand auch die kleine gelbe Serie aus Acryl, Staub und Fingerspuren auf Büttenpapier, die am ersten Ausstellungstag für viel Gesprächsstoff sorgte. Die Südpfalz böte ein besseres Umfeld, um mit „Kunst Dinge in Gang zu setzten und etwas zu bewegen“, als die satte Metropole Berlin. Mit seiner Frau Patricia Bonaudo gründete er den Projekt- und Ausstellungsraum „Das Gute Leben – Galerie, Denkerei, Rurale Praxis“ in Kandel, in dem bis Ende 2023 wechselnde Ausstellungen junger, zeitgenössischer Kunst stattfanden und künstlerisches Schaffen im ländlichen Raum der Südpfalz erprobt wurde. 

„Ist es Typografie, oder doch Malerei, wie ich arbeite?“, fragt Tim Bohlender. Er misstraue seiner eigenen Hand und sei kein „Künstler der weißen Leinwand“. Bevorzugt arbeite er mit dem, „was schon da ist“, dann holt er aus seiner eigenen Arbeit Variationen, die er mit dem Vorhandenen in Kontext setzt. Die ato Galerie, eine digitale Plattform für zeitgenössische Kunst, stellt die Arbeiten des Künstlers so vor: Tim Bohlenders Arbeiten sind Unikate, die mit der Ästhetik technischer Reproduzierbarkeit spielen. In kleinen Formaten werden Gestaltungselemente der Gebrauchsgrafik wie Schrift, Schablonen, Symbole und Muster sorgfältig ausgewählt und in ihrer materiellen Ästhetik vorgestellt. Durch Reduzierung schafft Bohlender bildnerische Konzentration, kammerspielartig wird auf kleiner Fläche das „Interieur der Malerei“ zueinander in Beziehung gesetzt und austariert.

Der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen e. V. lädt bis zum 05. 07. 2026 zur Ausstellung skyblue (and sunny) in der Galerie Kunstfachwerk N6. Die Ausstellung zeigt abstrakte, prozesshafte und reduzierte Malerei von Tim Bohlender und Daniel Bonaudo-Ewinger.
Tim Bohlender studierte Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Dort war er Meisterschüler von Prof. Marijke van Warmerdam.
Daniel Bonaudo-Ewinger ist Absolvent und war Meisterschüler an der Weissensee Kunsthochschule Berlin.

Öffnungszeiten Sonntags 14:00 – 18:00 Uhr; Niddastraße 6 | 76229 Karlsruhe-Grötzingen
Haltestellen KVV: Rathaus (Bus 21) | Bahnhof Grötzingen (S4, S5)

StS

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