21.01.2026: Ausstellungsbesuch mit Führung im Museum Frieder Burda Baden-Baden
IMPRESSIONISMUS IN DEUTSCHLAND.
MAX LIEBERMANN UND SEINE ZEIT

Mit der Ausstellung Impressionismus in Deutschland. Max Liebermann und seine Zeit widmet sich das Museum Frieder Burda einer der bedeutendsten künstlerischen Strömungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts – und dem Maler, der ihr in Deutschland zum Durchbruch verhalf. Max Liebermann (1847–1935) gilt als Wegbereiter des deutschen Impressionismus, dessen lichtdurchflutete Bildwelten und moderne Sujets bis heute faszinieren. 108 Werke aus mehr als 60 internationalen Sammlungen geben spannende Einblicke in die deutsche Ausprägung einer Stilrichtung, die im Paris der 1860er Jahre um Künstler wie Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir herangereift war.
Die farbstarken Bildwelten des Impressionismus faszinieren auch heute noch wie kaum eine andere Kunstrichtung. Die Malerei, die im Frankreich der 1860er Jahre aufkam, zeichnet sich durch den Einsatz kräftig leuchtender Farben sowie eine energische, skizzenhafte Pinselführung aus. Mit Max Liebermann (1847–1935) als ihrem Vorreiter wurde die revolutionär neue Strömung auch im deutschen Kaiserreich früh zur tonangebenden Avantgarde. Motivisch setzten sich die Künstlerinnen und Künstler mit einer Vielzahl unterschiedlichster Sujets auseinander – von sonnendurchfluteten Landschaftsdarstellungen und stimmungsvollen Figurenbildern bis zu sorgfältig arrangierten Stillleben.
Die Schau Impressionismus in Deutschland. Max Liebermann und seine Zeit ist eine der umfangreichsten Ausstellungen, die diesem Thema bislang gewidmet worden sind, und gibt einen opulenten Überblick über die gesamte Entwicklung der Bewegung – von den 1880er bis zu den 1920er Jahren. Weltbekannte Arbeiten von Künstlern wie Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und Fritz von Uhde werden gezielt neben Werken von Malerinnen und Malern gezeigt, deren Beitrag es neu zu entdecken gilt – so etwa Dora Hitz, Philipp Franck, Gotthardt Kuehl, Christian Landenberger, Sabine Lepsius und Max Uth.
In der Entwicklung des deutschen Impressionismus spielte der Blick nach Frankreich von Anfang an eine entscheidende Rolle. Wie Liebermann bezogen auch zahlreiche andere Malerinnen und Maler Inspiration aus denWerken ihrer französischen Kollegen, mit denen sie sich vielfach auf ausgedehnten Reisen nach Paris auseinandersetzen konnten. Hinzu kamen Ausstellungen in progressiven Galerien wie dem Berliner Kunstsalon von Paul Cassirer, wo regelmäßig Gemälde von unter anderem Edgar Degas, Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir gezeigt wurden. Zur Empörung des Kaisers hatte der Direktor der Nationalgalerie, Hugo von Tschudi, bereits in den 1890er Jahren bedeutende Gemälde der französischen Moderne erworben. Liebermann baute auf diesem Gebiet eine hochkarätige Sammlung auf, die Gäste in seiner Villa am Wannsee bewundern konnten. Ähnlich wie Claude Monet in Giverny legte er dort ab 1909 einen aufwendig gepflegten Garten an, dessen bunte Blütenpracht zum Hauptmotiv seines impressionistischen Spätwerks wurde.

Die Schau im Museum Frieder Burda feiert Liebermann nicht nur als eine zentrale künstlerische Position, sondern beleuchtet auch seinen herausragenden Einfluss als Sammler, Ausstellungsmacher und Mentor. Im erzkonservativen Kaiserreich war der jüdische Maler auch als Präsident der Berliner Secession eine mutige Stimme für Fortschritt, Internationalität und Neuerung – und einer der wichtigsten kulturpolitischen Akteure der deutschen Hauptstadt. In dem zunehmend intensiven Dialog mit Frankreich spielte Liebermann ebenfalls eine zentrale Rolle. Bereits im Zuge der Exposition universelle von 1889 hatte ihm der französische Staat eine Ehrenmedaille verliehen und ihn zugleich als einen der ersten deutschen Künstler überhaupt in die prestigereiche Société des Beaux-Arts aufgenommen. Sein Genrebild Biergarten in Brannenburg (1893, Musée d’Orsay, Paris) wurde fünf Jahre später für das Musée duLuxembourg in Paris erworben. 1896 folgte Liebermanns Eintritt in die französische Ehrenlegion – eine äußerst symbolträchtige Auszeichnung, deren Annahme ihm die national-konservative preußische Regierung zunächst verweigert hatte.
Liebermann starb zwei Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, die der Entwicklung der modernen Malerei in Deutschland ein jähes Ende gesetzt hatte. Seine Witwe Martha Liebermann wählte 1943 wenige Tage vor ihrer geplanten Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt den Freitod. Ihre Tochter Käthe und die junge Enkelin Maria waren bereits 1938 ins US-amerikanische Exil geflohen. Liebermanns umfangreiche Sammlung zur Malerei des französischen Impressionismus ist heute in alle Winde verstreut und befindet sich in großen Teilen in Sammlungen jenseits des Atlantiks. Seine Künstlervilla am Wannsee ist heute nicht nur ein bedeutendes kulturelles Vermächtnis, sondern auch ein politisches Mahnmal.

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda würdigt Liebermanns Beitrag zur deutschen Kunst und Kultur im erweiterten Kontext der impressionistischen Avantgarde. Sortiert sind die 108 Arbeiten von 21 Malerinnen und Malern nach acht thematischen Kapiteln:
1) „Bildwürdige Alltagsszenen. Genremalerei“,
2) „Maler des modernen Lebens. Bürgerliche Muße“,
3) „Dramatische Posen. Die Welt als Bühne“,
4) „Die Stadt als Schauspiel. Urbane Szenen“,
5) „Große Erwartungen. Kinderbildnisse“,
6) „Dynamik und Frische. Draußen im Freien“,
7) „Befreiung der Farbe. Stillleben“,
8a) „Irdisches Paradies. Liebermanns Künstlergarten“ und
8b) „Hortus conclusus. Der Garten als Refugium“.

Zu den zahlreichen Höhepunkten der Ausstellung gehören Ikonen des deutschen Impressionismus wie Max Liebermanns Simson und Delila (1902, Städel Museum, Frankfurt am Main), Lovis Corinths Dame am Goldfischbassin (1911, Belvedere, Wien), Max Slevogts Champagnerlied (1902, Staatsgalerie Stuttgart) oder Fritz von Uhdes Kinderstube (1889, Hamburger Kunsthalle). Ebenso hervorzuheben ist eine fokussierte Gruppe bedeutender Arbeiten von heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Malerinnen, die sich im deutschen Kaiserreich künstlerisch behaupten konnten, darunter Dora Hitz, Sabine Lepsius, Marina Slavona und Eva Stort. „Baden-Baden pflegt seit jeher einen engen kulturellen Austausch mit Frankreich – eine Verbindung, die auch unserem Stifter Frieder Burda besonders am Herzen lag“, so Dr. Daniel Zamani, Kurator der Ausstellung. „Als erster deutscher Vertreter in der Ankaufskommission des Centre Pompidou setzte er sich mit großem Engagement für den grenzüberschreitenden Dialog der Kunst ein. Diese Ausstellung greift nicht nur Max Liebermanns Rolle als Wegbereiter des deutschen Impressionismus auf, sondern beleuchtet zugleich die tiefen kulturellen Verflechtungen zwischen Deutschland und Frankreich.“ Florian Trott, Kaufmännischer Direktor des Museum Frieder Burda, führt weiter aus: „Die Zusammenarbeit mit dem Museum Barberini in Potsdam ist uns eine große Freude. Die Ausstellung ist Ausdruck eines lebendigen Austauschs zweier Privatmuseen, die den gemeinsamen Anspruch verfolgen, Kunst in ihrem historischen wie gesellschaftlichen Kontext erlebbar zu machen. Als Vorreiter des deutschen Impressionismus stellt sie Max Liebermann ins Zentrum – und öffnet zugleich den Blick auf das vielfältige künstlerische und gesellschaftspolitische Umfeld, das ihn prägte. Auch aufgrund der heftigen Kulturkämpfe, die das deutsche Kaiserreich und die Weimarer Republik auszeichneten, ist die Ausstellung in vielerlei Hinsicht hoch aktuell.“
Pressemitteilung © 2026 MUSEUM FRIEDER BURDA
Treffpunkt: 14:45 Uhr Museum Frieder Burda in Baden-Baden (Kassenbereich im Eingangsfoyer)
Anmeldung an: mail@g-fbm.de
Kosten: Eintritt (siehe https://www.museum-frieder-burda.de/besuch)
Führung: kostenlos
07.12.2025: Kulinarische Lesung im N6 mit den VESPERADOS
„In Himmelsschlupfpantoffeln zur Bescherung„

Nicht zum ersten Mal suchten sie Grötzingen heim … Jetzt platzten die VESPERADOS auch noch in unsere besinnliche Adventszeit! Brachten Wolfgang Wegner und Johannes Hucke wenigstens was mit? Aber ja: Jede Menge literarisches Sternanis, belletristische Plauderplunderstückchen und lyrisches Stanniolpapier.
Wer live, im Internet (YouTube: @DieVesperados) oder in einem ihrer über 60 Bücher bereits mit ihnen zu tun hatte, war nicht überrascht: Sie beließen es nicht nur bei verbalem Weihnachtsdelikatessen, sondern verwöhnten uns auch mit richtigen Weihnachtsleckereien. Und auch der eine oder andere Weihnachtswein fand seinen Weg ins Publikum..
Das Fazit des Abends?
Ein zweiter Advent, wie er vergnüglicher kaum sein könnte.
Jüngst von den beiden erschienen:
„Was es eigentlich nicht gibt. Neue Schwarzwaldgeschichten.“
Zusammen mit Grimme-Preisträger Gert Steinheimer
Pressebericht:
Grötzingen Aktuell Nr. 50 vom 12. Dezember 2025, S. 5
Fotos: B. Döhler (zum Vergrößern anklicken)
22.11.2025: Kunstexkursion „Die Unzeitgemäßen“ im Bundesgerichtshof

Acht Vereinsmitglieder darunter die Vorstände Peter Mott und Rütger Boeddinghaus nahmen am 22.11.2025 an der von Herrn Dr. Matthias kuratierten Kunstausstellung der Künstler Ulrich J. Seckinger und Klaus Langkafel in den Räumen des Bundesgerichtshofs, dem ehemalig erbgroßherzöglichen Palais, teil.
Die Künstlergruppe „Die Unzeitgemäßen“ bestehend aus Reinhard Dassler, Helmut Goettl, Klaus Langkafel und Ulrich J. Sekinger hat sich 1984 in Karlsruhe manifestiert und ist aus den Karlsruher Realisten (ohne Waltraut Kniss, Tutilo Karcher und Herbert Kämper) hervorgegangen. Ihr Selbstverständnis empfanden sie als unzeitgemäß, da sie sich aus einem Perfektionsstreben im Sinne eines Schneller, Besser, Schöner auskoppelten, um Kunst im ursprünglichen Sinn der Alten Meister als Wunder und Wunden im Bildnis der Landschaft, des Stillleben und des Menschen zu schaffen.
Hervorragend arrangiert und in Eitempera verfertigte Stillleben mit allerlei Anspielungen auf menschliche Grundfragen, -bedürfnisse und Geschichte zogen uns in ihren Bann.
Die Ausstellung wird ihre Fortsetzung mit Werken der Künstler Göttl und Dassler im nächsten Frühjahr finden. Den Besuchstermin werden wir rechtzeitig bekanntgeben.
Text und Foto: Rütger Boeddinghaus

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