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2022

    23.09. – 25.09.2022: Offene Ateliers in Durlach und Grötzingen

    Presseberichte (zum Lesen bitte anklicken):

    Durlacher Blatt Nr. 16 vom 16.09.2022

    Sonderbeilage “Der Kulturherbst in Karlsruhe” der BNN vom 17.09.2022

    Grötzingen Aktuell Nr. 38 vom 23.09.2022

    Offene Ateliers im Kunstfachwerk N6 (Fotos: B. Döhler)


    15.06. – 10.07.2022: Ausstellung Galerie Kunstfachwerk N6

    Zoran Petrovic – Quer (nach)gedacht

    Mit der Ausstellung “Quer (nach)gedacht)” des Karlsruher Karikaturisten Zoran Petrovic vom 15. Juni bis 10. Juli 2022 im Kunstfachwerk N6 ist dem Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen erneut eine vielbeachtete außergewöhnliche Ausstellung gelungen.

    Nach einem abgebrochenen Kunststudium wollte Zoran Petrovic nach New York und legte nur einen Zwischenstopp in Deutschland ein. Der dauert nun schon über 40 Jahre an. Heute lebt und arbeitet Petrovic in Karlsruhe.

    Begeistert von den damals neuen französischen und deutschen Karikaturisten sagte Picasso: „Eine neue Kunst ist geboren – das satirische Zeichnen.”

    Die Karikatur ist eigentlich eine schnelle, an die Zeitumstände gebundene Kunstform. Deshalb kennen wir sie vor allem als Zeichnungen, manchmal als bloße Skizzen in Zeitungen und Zeitschriften. Seltener als Gemälde in Ausstellungen. Denn die Karikatur steht – trotz Picassos Bewunderung –  im Verdacht, eigentlich nur Gebrauchskunst zu sein.

    Noch seltener wird die Karikatur deshalb als Skulptur in dreidimensionaler Form oder in Reliefs dargestellt. Das ist Zoran Petrovics Domäne. Als einer der wenigen Künstler experimentiert er seit Jahren mit dem Modellieren von Karikaturen. Dabei verlieren die Motive als Skulpturen nichts an Spontaneität und Charme. Sie sind aber auf ihre Art zeitlos.  

    Die Figuren sind befreit von überflüssigen Farben. Die Aufmerksamkeit wird maximal fokussiert auf die Idee und auf die Archetypen aus Petrovics Kosmos. Alltagsbeobachtungen, die der Künstler irgendwann abgespeichert und nun künstlerische Gültigkeit gegeben hat.

    Zoran ist ein unerschöpflich kreativer Künstler. Geboren in Serbien (Ex-Jugoslawien), lebt und arbeitet er in Karlsruhe (Deutschland) als unabhängiger Künstler, Maler, Zeichner und Bildhauer. Seine Werke, ob Gemälde oder Skulpturen aus Beton oder Holz, manchmal auch in beträchtlicher Größe, spiegeln einen lebhaften Esprit und seinen immer achtsamen Humor wider. Petrovic ist zudem Satiriker, Karikaturist, Illustrator und Designer. Er veröffentlichte bisher an die zwanzig Bände seiner Karikaturen. Seine Werke werden weltweit in Galerien und Ateliers ausgestellt. Er nimmt regelmäßig als Künstler, Ehrengast und auch als Jurymitglied an zahlreichen, bekannten internationalen Festivals teil.

    Presseberichte (zum Lesen bitte anklicken):

    Durlacher Blatt Nr. 11 vom 03.06.2022

    Grötzingen Aktuell Nr. 25 vom 24.06.2022

    BNN Nr. 144 vom 25.06.2022

    Durlacher Blatt Nr. 13 vom 01.07.2022

    Fotos: J. Schurr (derFotoschamane.com) und B. Döhler


    10.06.2022: Erzähl- und Leseabend mit Jutta Leyendecker im N6

    Karlsruher “Grüne Bube” in Grötzingen

    Zu einem besonderen Abend lud der Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen e. V. am 10.06.2022 in das Kunstfachwerk N6 ein. Jutta Leyendecker erzählte den Besuchern vom Leben der Künstlerfamilien in der Malerkolonie. Die Grötzinger Malerkolonie ist unter anderem durch die Ausstellung im Badischen Landesmuseum, in der ein Bild von Jenny Fikentscher hängt, und das Zusatzprogramm der Ortsverwaltung wieder vermehrt präsent geworden. Lange Zeit war sie ziemlich in Vergessenheit geraten, was nicht verständlich ist, weil ihre Protagonisten sich hinter denen anderer gleichzeitig entstandener Künstlerkolonien (z. B. Worpswede, Dachau, Willingshausen) nicht zu verstecken brauchen. Aber warum wurde die Grötzinger Malerkolonie nicht als ein Kleinod angesehen? 1975 war in der Karlsruher Kunsthalle die Ausstellung „Die Grötzinger Malerkolonie“ zu bewundern, und dies war auch der Anlass für Jutta Leyendecker, sich sehr intensiv mit dem Leben der Familien der Malerkolonie Grötzingen auseinanderzusetzen. Der ehemalige Direktor der Kunsthalle Horst Vey wunderte sich darüber, dass die Grötzinger Malerkolonie in Vergessenheit geraten konnte und nicht so präsent geblieben ist wie andere zur selben Zeit entstandene Kolonien. An der Qualität ihrer Bilder könne es jedenfalls nicht gelegen haben, schrieb er. Er vermutete als einen der Gründe die Tatsache, dass Grötzingen eben leider keinen berühmten Chronisten gehabt hatte wie die Worpsweder in Rainer Maria Rilke. Die Landschaftsmalerei nahm in den Genres der Malerei keinen hohen Rang ein, die Landschaften wurden nicht um ihrer selbst willen gemalt, sondern bildeten mehr oder weniger die Staffage für das eigentlich Wichtige – ein Thema aus der Geschichte oder dem religiösen und gesellschaftlichen Leben.

    Das sollte sich aber ändern, denn in Frankreich lehnten Maler wie Theodore Rousseau und Jean Francois Millet die strenge akademische Lehre ab, wollten eine realistische Naturdarstellung und strebten daher hinaus ins Freie. Die Freilichtmalerei war geboren – von Claude Monet als Fundament der modernen Kunst bezeichnet. Auguste Renoir betonte die wichtige Rolle, die die damals – sozusagen rechtzeitig – erfundenen Tubenfarben spielten. Man konnte sie einpacken und mitnehmen; sie ermöglichten dem Maler eine bisher nicht gekannte Unabhängigkeit. Diese neue Malrichtung fasste auch an der Karlsruher Großherzoglichen Kunstschule Fuß, und weil ihr das in Deutschland eine Ausnahmestellung verschaffte, zog sie viele angehende Maler von überallher an.

    Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert fanden sich im Grötzinger Schloss Augustenburg vier Malerfamilien zusammen: Jenny und Otto Fikentscher, Anna und Gustav Kampmann, Ida und Franz Hein, Ellinor und Karl Biese. Sie hatten sich der Plein-Air-Malerei verschrieben, wollten gemeinsam die neue Lebensform der Künstlerkolonie ausprobieren. “Grüne Buben“ nannte man an der Karlsruher Badischen Kunstschule die Maler, die zum Arbeiten aus den Ateliers hinaus in die Natur zogen. Somit wurde das Ideal der Künstlerkolonie verwirklicht. Und was sie auch noch verwirklicht haben, ist der Kontakt zur Bevölkerung. Es wurde nicht nur gemalt, sondern auch mit den Einwohnern gefeiert. Nach getaner Arbeit klangen die Tage in einer der Gaststätten „Laub“ oder „Schwanen“ bei Essen, Trinken und Musik aus. Jutta Leyendecker erklärte: „Die gemeinsamen Unternehmungen schufen Vertrautheit und Bindungen, die über das Künstlerische hinausgingen. Man wollte sich auch privat zusammentun und der Gedanke der Künstlerkolonie wurde verwirklicht. Eine Sensation für Grötzingen waren die ungewöhnlichen Unternehmungen wie Kaffeetafeln im Freien, Theateraufführungen im Schlosshof und Boulespiele. Der Schlosshof wurde zum Kinderspielplatz und es stellte sich gleichzeitig reicher Kindersegen ein. Der damals im Hof stehende Brunnen hat heute seinen Platz neben dem Rathaus. Es war immer ein buntes Treiben, und doch fing das gemeinschaftliche Leben der Malerfamilien an auseinander zu bröckeln. Es gab unterschiedliche Auffassungen der Kindererziehung, und es folgte die Suche nach Unabhängigkeit und Eigenständigkeit. Nachdem sich die Malerkolonie 1905 weitgehend aufgelöst hatte, blieben Jenny und Otto Fikentscher in Grötzingen. Heute wohnt und arbeitet der Maler Horst Leyendecker im Atelierhaus Fikentschers; seine Frau Jutta führt durch das Atelier und erzählt vom Leben der Familien in der Malerkolonie. Jutta verstand es, die vielen Zuhörer auf eine Zeitreise mit vielen unterschiedlichen Eindrücken und Empfindungen mitzunehmen. Ihr Buch erzählt anschaulich vom Leben der fünf Malerfamilien, ihrer Gemeinschaft, ihrem Alltag und ihren Festen, aber auch von ihrem Verhältnis zur Bevölkerung.

    Was bleibt ist die Hoffnung, dass der neue Besitzer von Schloss Augustenburg das Kleinod erkennt, und vielleicht wird das Renaissance-Schlösschen doch einen Platz für die Kunst bereitstellen.

    Text: Siegfried König

    Fotos: B. Döhler

     Bericht in “Grötzingen Aktuell” (zum Lesen bitte Anklicken):

    27.04. – 22.05.2022: Ausstellung Galerie Kunstfachwerk N6

    Wolfgang Heiser – Transformationen

    Mit der Ausstellung “Transformationen” des Grötzinger Künstlers Wolfgang Heiser in der Galerie Kunstfachwerk N6 vom 27. April bis zum 22. Mai war dem Freundeskreis eine Veranstaltung mit einer hervorragenden Resonanz gelungen, was sich sich sowohl in den Presseberichten als auch den großen Besucherzahlen der Ausstellung und Veranstaltungen widerspiegelte.

    Die viel beachteten ausgestellten Objekte von Wolfgang Heiser basierten auf großformatigen, handgefertigten, beidseitigen Tuschezeichnungen unterschiedlicher Techniken. Durch Zerschneiden der Ursprungszeichnung entstanden durch Faltungen 3-dimensionale Objekte und Reliefbilder. Dieser Transformationsvorgang war planerischen, wie gewollt zufälligen Prozessen, unterworfen. Der Künstler verortete seine Objekte selbst in der konstruktiv-konkreten Kunstrichtung.

    www.wolfgang-heiser.de

    Portrait auf kunstportal-bw.de

    Links auf Berichte zur Ausstellung:

    Durlacher Blatt Nr. 7 vom 08.04.2022

    Grötzingen Aktuell Nr. 20 vom 20.05.2022


    27.04.2022: Vernissage Wolfgang Heiser – Transformationen

    Gerollt, gefaltet und quadratisch

    Objekt Nr. 10 (dynamische Linien gelb, rot, violett), 2014, Tusche auf Papier, 72,5 x 72,5 x 5,5 cm

    „So viele Bilder konnte ich noch in keiner meiner Ausstellungen zuvor zeigen“, freute sich Wolfgang Heiser bei der Vernissage am Mittwoch im voll besuchten Haus der Grötzinger Galerie Kunstfachwerk N6. Über drei Dutzend der Bildobjekte Wolfgang Heisers waren in der Schau mit dem Titel „Transformationen“ vom 27. April bis zum 22. Mai zu sehen. Die Arbeiten überzeugen als konkrete Kunst: Heiser zeichnet Grafiken, die er dann in Streifen schneidet, alle exakt gleich lang, damit sich später das Quadratformat ergibt. Die Streifen rollt und faltet er anschließend zu seinen dreidimensionalen Papierobjekten zusammen, die sodann neue geometrische Muster ergeben. Eine Transformation eben. Bei vielen Objekten wirken dabei die Farben „wie in Bewegung“ und je nach Lichtsituation auch immer wieder neu. Das konnte man zur Ausstellungseröffnung wunderschön entdecken, als die Abendsonne die Räume in der Grötzinger Niddastraße erst in warmes, später in mattes Licht tauchte.

    Objekt Nr. 47 (mehrfach quadratische Komp. SW 2), 2020, Tusche auf Papier, 55,4 x 55,4 x 7,0 cm

    Beim Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen e.V., der die Ausstellung präsentierte, war man froh, dass nach vielen Monaten der Pandemie wieder Kulturveranstaltungen möglich waren. Das betonte Freundeskreisvorstand Siegfried König in seinen Begrüßungsworten und er dankte allen Beteiligten, die die Ausstellung mit ihrem ehrenamtlichen Engagement ermöglicht hatten. Der Freundeskreis zeigt vorrangig Künstler*innen, die in Grötzingen leben, arbeiten oder auch einen anderen wichtigen Bezug zum Karlsruher Ortsteil haben. Wolfgang Heiser, geboren 1955, hat sein Atelier im Areal Alter Schlachthof in Karlsruhe und wohnt seit drei Jahren in Grötzingen. „Dass ich jetzt vor Ort eine Ausstellung habe, ist für mich etwas ganz Besonderes, über das ich mich sehr freue“, so der Künstler.

    Zur Vernissage wurde Wolfgang Heiser in einer Laudatio von Prof. Dr. Chris Gerbing geehrt. Die freie Kuratorin besuchte Heiser vorab im Atelier, um sein Werk zu erkunden und in Gesprächen seine Schaffensmotivation kennenzulernen. Gerbing ordnete Heisers Arbeiten kunsthistorisch ein, zog einen gedanklichen Bogen von den Anfängen der Konkreten Kunst beim Bauhaus Weimar über das 1915 in St. Petersburg von Kasimir Malewitsch geschaffene „Schwarze Quadrat auf weißem Grund“ bis zur 1963 publizierten Farbfeldforschung der OpArt des US-amerikanischen Künstlers Josef Albers. Die gelungene Einführung wurde von Cristina Scheuermann musikalisch umrahmt, die zwei Sätze aus Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach spielte.

    Text: Sven Scherz-Schade

    Fotos: B. Döhler

    Links auf Berichte zur Vernissage (zum Lesen bitte Anklicken):

    Laudatio von Prof. Dr. Chris Gerbing


    03.02. – 12.02.2022: Kulturbox #7

    KulturBox #7
    Foto: G. Goerke

    In der Reihe der KulturBox wurden in loser Folge verschiedene Genres der Kultur, wie Gemälde, Zeichnungen, Objekte zusammen mit Wissenswertem, Geschichten oder Musikalischem präsentiert. Vom 3. bis 12. Februar 2022 konnten Interessierte am Eingang des Kunstfachwerks N6 als KulturBox #7 das Gemälde „Uferpflanzen“ von Gabriele Goerke betrachten. Gabriele Goerke lebt und arbeitet in Karlsruhe. Gabriele Goerke erhielt 2016 die Künstlerförderung des Freundeskreises Badisches Malerdorf Grötzingen e.V.

    www.gabrielegoerke.de

    Das Bild “Uferpflanzen” (100 x 70, Acryl Pigmente Leinwand 2021) zeigt Pflanzen am Ufer der Alb in Karlsruhe, entstanden nach einem Sommerregen des Jahres 2021. Das bewegte Gewässer und der starke Wind prägen die Stimmung des Motivs.

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