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2022

27.04.2022: Vernissage Wolfgang Heiser – Transformationen

Gerollt, gefaltet und quadratisch

Objekt Nr. 10 (dynamische Linien gelb, rot, violett), 2014, Tusche auf Papier, 72,5 x 72,5 x 5,5 cm

„So viele Bilder konnte ich noch in keiner meiner Ausstellungen zuvor zeigen“, freute sich Wolfgang Heiser bei der Vernissage am Mittwoch im voll besuchten Haus der Grötzinger Galerie Kunstfachwerk N6. Über drei Dutzend der Bildobjekte Wolfgang Heisers sind in der Schau mit dem Titel „Transformationen“ nun noch bis 22. Mai zu sehen. Die Arbeiten überzeugen als konkrete Kunst: Heiser zeichnet Grafiken, die er dann in Streifen schneidet, alle exakt gleich lang, damit sich später das Quadratformat ergibt. Die Streifen rollt und faltet er anschließend zu seinen dreidimensionalen Papierobjekten zusammen, die sodann neue geometrische Muster ergeben. Eine Transformation eben. Bei vielen Objekten wirken dabei die Farben „wie in Bewegung“ und je nach Lichtsituation auch immer wieder neu. Das konnte man zur Ausstellungseröffnung wunderschön entdecken, als die Abendsonne die Räume in der Grötzinger Niddastraße erst in warmes, später in mattes Licht tauchte.

Objekt Nr. 47 (mehrfach quadratische Komp. SW 2), 2020, Tusche auf Papier, 55,4 x 55,4 x 7,0 cm

Beim Freundeskreis Badisches Malerdorf Grötzingen e.V., der die Ausstellung präsentiert, ist man froh, dass nach vielen Monaten der Pandemie jetzt wieder Kulturveranstaltungen möglich sind. Das betonte Freundeskreisvorstand Siegfried König in seinen Begrüßungsworten und er dankte allen Beteiligten, die die Ausstellung mit ihrem ehrenamtlichen Engagement ermöglicht haben. Der Freundeskreis zeigt vorrangig Künstler*innen, die in Grötzingen leben, arbeiten oder auch einen anderen wichtigen Bezug zum Karlsruher Ortsteil haben. Wolfgang Heiser, geboren 1955, hat sein Atelier im Areal Alter Schlachthof in Karlsruhe und wohnt seit drei Jahren in Grötzingen. „Dass ich jetzt vor Ort eine Ausstellung habe, ist für mich etwas ganz Besonderes, über das ich mich sehr freue“, so der Künstler.

Zur Vernissage wurde Wolfgang Heiser in einer Laudatio von Prof. Dr. Chris Gerbing geehrt. Die freie Kuratorin besuchte Heiser vorab im Atelier, um sein Werk zu erkunden und in Gesprächen seine Schaffensmotivation kennenzulernen. Gerbing ordnete Heisers Arbeiten kunsthistorisch ein, zog einen gedanklichen Bogen von den Anfängen der Konkreten Kunst beim Bauhaus Weimar über das 1915 in St. Petersburg von Kasimir Malewitsch geschaffene „Schwarze Quadrat auf weißem Grund“ bis zur 1963 publizierten Farbfeldforschung der OpArt des US-amerikanischen Künstlers Josef Albers. Die gelungene Einführung wurde von Cristina Scheuermann musikalisch umrahmt, die zwei Sätze aus Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach spielte.

Text: Sven Scherz-Schade

Fotos: B. Döhler

Links auf Berichte (zum Lesen bitte Anklicken):

Laudatio von Prof. Dr. Chris Gerbing


03.02. – 12.02.2022: Kulturbox #7

KulturBox #7
Foto: G. Goerke

In der Reihe der KulturBox wurden in loser Folge verschiedene Genres der Kultur, wie Gemälde, Zeichnungen, Objekte zusammen mit Wissenswertem, Geschichten oder Musikalischem präsentiert. Vom 3. bis 12. Februar 2022 konnten Interessierte am Eingang des Kunstfachwerks N6 als KulturBox #7 das Gemälde „Uferpflanzen“ von Gabriele Goerke betrachten. Gabriele Goerke lebt und arbeitet in Karlsruhe. Gabriele Goerke erhielt 2016 die Künstlerförderung des Freundeskreises Badisches Malerdorf Grötzingen e.V.

www.gabrielegoerke.de

Das Bild “Uferpflanzen” (100 x 70, Acryl Pigmente Leinwand 2021) zeigt Pflanzen am Ufer der Alb in Karlsruhe, entstanden nach einem Sommerregen des Jahres 2021. Das bewegte Gewässer und der starke Wind prägen die Stimmung des Motivs.